Dienstag, November 17, 2009

DRS FilmTipp

In seinem neuen Film rechnet Michael Moore mit dem amerikanischen Kapitalismus ab. Wie bereits in seinen früheren Filmen zeigt Moore die haarsträubenden Praktiken der Mächtigen und Reichen auf. Er berichtet davon, wie die großen Unternehmen Lebensversicherungen auf den Tod ihrer Mitarbeiter abschließen, wie die Wall Street Lobby den Kongress politisch ausspielt und wie die Kluft zwischen arm und reich immer größer wird. Der Filmemacher aus Flint in Michigan ruft aber auch zum Widerstand gegen die sogenannten Sachzwänge auf und berichtet von erfolgreichen Betriebsbesetzungen in den USA.
Fazit des Films ist, dass der Kapitalismus ein für alle Mal abgesetzt gehört. Dem ist nicht hinzuzufügen.
In Salzburg wird der neue Streifen im "DasKino" ausgestrahlt


Freitag, Oktober 30, 2009

DRS LinkTipp

Link: Der Salzburger Rektor zeigt sich mit den Besetzern solidarisch

Mittwoch, Oktober 28, 2009

Demo Report

Nun ist es auch mit einer Woche Verzögerung in Salzburg so weit: Die Uni wurde besetzt und somit ein Zeichen gegen die Ökonomisierung der Bildung gesetzt.

Vorausgegangen war der friedlichen Besetzung von einem der beiden großen Hörsäle eine überraschend große Demonstration durch die Salzburger Altstadt. "Wir sind hier und wir sind laut- weil man unsre Bildung raubt" und "Geld für Bildung statt für Banken- Wir zahlen eure Krise nicht!" waren die Slogans der Kundgebung. Bei der Versammlung konnte DerRoteStift auch einige Professoren ausmachen, welche mit dem Anstecken des gelben "Uni brennt" Buttons ihre Solidaridät mit dieser Veranstaltung zeigten.
Allen Reden war eine Verknüpfung der Durchdringung aller gesellschaftlichen Prozesse durch die kapitalistische Wachstumslogik mit der katastrophalen Bildungssituation gemein.

Nach dem offiziellen Ende der Demo wurde vom Großteil der Anwesenden einer der beiden großen Hörsäle der GESWI besetzt beziehungsweise wenigstens für eine kurze Zeit, wie eine Rednerin betonte: "Von der ökonomischen Hegemonie befreit".
Der neu geschaffene öffentliche Raum soll nun dazu dienen Konzepte und Ideen für die nächsten Aktionsschritte zu entwickeln.

Weitere Berichte folgen

Hinaus zur Demo!

In einem Staat der von heute auf morgen 100 Mrd. Euro locker machen kann, um die gesellschaftliche Auswirkungen der Perversionen der Finanzinstitute abzufedern, sollte es sich auch leisten können, einen gutes Bildungssystem auf die Beine zu stellen! Investitionen in einem Staat- gerade in einem so wohlhabenden wie Österreich- sind immer nur eine Prioriätenfrage: Eurofighter oder Bildungsmilliarden. Klingt zwar polemisch, trifft den Nagel aber auf den Kopf!
Der Staat nimmt immer weniger Geld für die Universitäten in die Hand und setzt auf eine sogennante autonome Verwaltung. Was nichts anderes heisst, als dass die Unis ihre Lehre so ausrichten, dass es für Sponsoren lukrativ ist Geld locker zu machen. Dass Ergebnis ist Ausbildung statt Bildung. Akademiker als Fertigprodukte für das System der Sachzwänge und der ökomischen Logik. Querdenken kommt zu teuer!

Auf die Demos gehen bedeutet auch, seinen Unmut gegen die Ökonomisierung der Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen!

Deshalb hinaus zur Demo!

Sonntag, Juli 05, 2009

Roma


Über ein Problem kann man viel schreiben und lesen, ein wirkliches Bewusstsein bekommt jedoch erst, wenn man damit in Kontakt kommt. Ich habe über die Lage der Roma in Europa gelesen und sogar eine Arbeit auf der Uni darüber geschrieben. Hier in Belgrad spüre ich aber das erste Mal dieses Aufeinanderprallen zweier Welten.
Ich bin hier im noblen Universiade Village, wo es an nichts fehlt. Auf dem Weg zu einem Essenssaal für rund 10.000 Menschen mit fünf Menüs, kann man hinter den Absperrungen, die herunter gekommen Romahäuser erspähen. Fährt man aus dem Dorf hinaus, grenzen direkt an diesen Belgrader Prestige Bau eineinhalb Meter hohe Verschläge, in denen die Roma ohne fließendes Wasser und Strom leben.Schnell könnte man denken, dass sein ein ungelöstes Problem eines armen Landes am Rande der fortschrittlichen Europäischen Union. Innerhalb der EU leben jedoch 10 Millionen Roma und Sinti, völlig isoliert von den Mehrheitsgesellschaften. In der letzen Legislaturperiode des Europäischen Parlament gab es für diese größte Minderheit Europas gerade einmal 2 Vertreter mit Roma Hintergrund. Dabei war jedoch die Lösung dieses sozialen Skandals ein Beitrittskriterium für die Europäische Union. Der Umgang mit der Roma- Minderheit in Ungarn, der Slowakei und Rumänien ist eine Schande für das Europäisches Projekt. Doch auch die „alten“ Länder wie zum Beispiel Spanien ignorieren weitgehend diese vernachlässigte Volksgruppe.
Wir haben Mitten in einer der reichsten Regionen, eine Minderheit, die wir wie in der dritten Welt leben lassen. Das ist eine Schande.

Buchtipp:
Karl Markus Gauß: Die Hundefresser von Svinia
Linktipp: Interview der EUMC mit zwei Roma-Mitgliedern des Europäischen Parlaments, Internet- Homepage eumc.europa.eu:
http://eumc.eu.int/eumc/index.php?fuseaction=content.dsp_cat_content&contentid=42de226753dd4&catid=42de2076e07d2&lang=DE

Montag, Juni 08, 2009

Gruselzitat

"Ich halte nichts vom so genannten antifaschistischen Grundkonsens." Martin Graf im profil Nr.24 vom 8. Juni

Donnerstag, Juni 04, 2009

HC Rap


Auf dieser Seite ist der neue Rap von MC Strache zu finden: www.hcstrache.at.
Noch besser ist das Video dazu: http://www.youtube.com/watch?v=pVnzYs4HYBQ


Das kann eigentlich nicht war sein.....

Sonntag, Mai 31, 2009

DRS Link-Tipp: Robert Misik

Der zunehemde Rechtsrutsch in Österreich beunruhigt immer mehr Menschen in Österreich. So auch den Autor Robert Misik, der für den Standard und als Buchautor tätig ist. Er zeigt auf zynisch-satirische Weise den Wahnsinn auf, der in Österreich gerade passiert. Erschreckend ist wirklich, dass trotz der offenkundigen Verbreitung von braunem Gedankengut via einer Parlamentspartei, kein wirklich großer Aufschrei durchs Land geht. Oder eben genau deshalb nicht...

Donnerstag, Mai 21, 2009

Wahlkabine zur EU-Wahl

Atomfreies Europa, A- Team, Christenland, Polit-Comeback , Knopflochkamera oder Europa Kummerl???
Dann ist das ein netter Link, für jede/n, der noch nicht weiß, was er/sie wählen soll!

Freitag, Mai 15, 2009

Gegen Rechts!


Ein Brauner als dritter Nationalratspräsident, Wahlerfolge mir rassistischen Sprüchen und öffentliche Nazi Sager bei Anti-Islam Demos. Ist Österreich plötzlich rechts? Nein, denn gerade die Wahlergebnisse der FPÖ der letzten Jahre, besonders 1999, haben das rechte und rechtsextreme Potential in Österreich aufgezeigt. Öffentliche Meinungsumfragen zum Thema Juden, Ausländer und Demokratie sind erschreckend. Pilgerfahrten zu SS Kameraden Gräbern gelten als ganz normale Errinnerungspflege und Kriegsspiele von Spitzenkandidaten als Jugendtorheiten. Braune Burchenschaften laden Holocaust- Leugner und Nazi- Liedermacher zu bunten Abenden ein und schicken einer ihrer Mannen in einer der höchsten Ämter des Staates. Man darf nicht den Fehler begehen, zu glauben, dieser dramtische Rechtsruck sei nur eine vorübergehende Modeerscheinung orientierungsloser Jugendlicher. Ganz im Gegenteil: Rechtsextremismus wird wieder salonfähig. Daher gilt es gerade jetzt dieser Erstarken ewiggestriger Ideologien entegenzugehen! Sagt eure Meinung und zeigt, dass es auch anders Denkende gibt.
Auf zum Kampf gegen Rechts!

Mittwoch, April 22, 2009

DRS Filmtipp: CHE

Im Salzburger Das Kino läuft zur Zeit gerade das Lateinamerika Filmfestival. Neben vielen Spiel- und Dokumentarfilmen ist der Epos CHE von Steven Soderbergh das Highlight. Benicio del Toro spielt die Hauptrolle in dem vierstündigen Zweiteiler, über die Zeit Ernesto Guevaras während der kubanischen Revolution und seines Scheiterns im bolivarischen Guerilla Krieg. Gestern konnte ich den ersten Teil "Che- El Argentino" als Premiere im deutschsprachigen Raum sehen. Mich hat der Film begeistert. Del Toro glänzt in seiner Rolle als "Commandante", egal ob im Dschungel oder bei der UN-Vollversammlung. Zehn Jahre haben er und Soderbergh an dem Werk gearbeitet und dabei ein wirklich spannendes Bild der Revolutions- Ikone gezeichnet. Heute steht der zweite Teil "Che- El Guerillo" am Programm. Der RoteStift ist im Kino und wird berichten.




Che- El Argentino bekommt 8 von 10 Roten Stiften

Samstag, April 11, 2009

AutorInnen gesucht!

DerRoteStift sucht Leute, die Lust haben an der Homepage mitzuarbeiten. Wer Interesse hat, einfach unter derrotestift@gmx.at melden.

hint

Freitag, April 03, 2009

Nachricht von gestern für heute 2

"Je größer die Leichtigkeit, womit Vorschüsse auf unverkaufte Waren zu erlangen sind, desto mehr solcher Vorschüsse werden aufgenommen, desto größer ist die Versuchung, Waren zu fabrizieren oder schon fabrizierte auf entfernte Märkte zu schleudern, nur, um zunächst Geldvorschüsse darauf zu erhalten (...)

Die ungeheure Produktivkraft, im Verhältnis der Bevölkerung, die innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise sich entwickelt und, wenn auch nicht im selben Verhältnis, das Wachsen der Kapitalwerte (nicht nur ihres materiellen Substrats), die viel rascherwachsen als die Bevölkerung, widerspricht der, relativ zum wachsenden Reichtum, immer schmaler werdenden Basis, für die diese ungeheure Produktivkraft wirkt, und den Verwertungsverhältnissen dieses schwellenden Kapitals. Daher die Krisen"


(Karl Marx 1894. Das Kapital, Dritter Band)



Donnerstag, März 19, 2009

DRS- MusikTipp: Folk Revival abseits von Kommerz

Cabrillos Legacy ist das Projekt zweier junger Salzburger, die Musik zu ihren größten Leidenschaften zählen. Bei ihrem letzen Gig im Salzburger Rockhouse begeisterten Simon Paulus an der Gitarre und Clara Hinterseer am Mikrofon die Gäste. Die beiden orientieren sich an Größen, wie Bob Dylan und Johnny Cash und schaffen den Spagat, trotz sanfter Melancholie eine warme Atmosphäre zu schaffen. Ihre Auftritte in Salzburg haben sich die beiden durch Hartnäckigkeit, den Glauben an ihr Können und ohne finanzielle Mittel selbst erarbeitet. Neben Job und Ausbildung sind Paulus und Hinterseer ihre eigenen Manager. So versuchen sie jede Möglichkeit zu nutzen, ihre Talente unter Beweis zu stellen. Die zwei jungen Salzburger sind ein Abbild jener Singer und Songwriter, die abseits vom kommerziellen Starmania Hype der musikalischen Eintagsfliegen, Musik als Ausdruck von Gefühl und Leidenschaft verstehen. Texte und Melodie sollen sie die ZuhörerInnen emotional ansprechen und zum Nachdenken anregen. Herz ohne Kommerz!
LINK: http://www.myspace.com/cabrilloslegacy

Nachricht von gestern für heute

"Die Konkurrenz ist der vollkommenste Ausdruck des in der modernen bürgerlichen Gesellschaft herrschenden Kriegs Aller gegen Alle. Dieser Krieg, ein Krieg um das Leben, um die Existenz, um alles, also auch im Notfalle ein Krieg auf Leben und Tod, besteht nicht nur zwischen den verschiedenen Klassen der Gesellschaft, sondern auch zwischen den einzelnen Mitgliedern dieser Klassen; jeder ist dem andern im Wege, und jeder sucht daher auch alle, die ihm im Wege sind, zu verdrängen und sich an ihre Stelle zu setzen. Die Arbeiter konkurrieren unter sich, wie die Bourgeois unter sich konkurrieren. Der mechanische Weber konkurriert gegen den Handweber, der unbeschäftigte oder schlecht bezahlte Handweber gegen den beschäftigten oder besser bezahlten und sucht ihn zu verdrängen. Diese Konkurrenz der Arbeiter gegeneinander ist aber die schlimmste Seite der jetzigen Verhältnisse für den Arbeiter, die schärfste Waffe gegen das Proletariat in den Händen der Bourgeoisie. Daher das Streben der Arbeiter, diese Konkurrenz durch Assoziationen aufzuheben, daher die Wut der Bourgeoisie gegen diese Assoziationen und ihr Triumph über jede diesen beigebrachte Schlappe."

Friedrich Engels 1844/1845. Zur Lage der arbeitenden Klasse in England, 306/ 307

Donnerstag, März 12, 2009

Mein Leben in der Kommunisten Hochburg -Teil 1

In der Stadt Salzburg hat die KPÖ den Einzug in den Gemeinderat knapp verpasst. In der Landeshauptstadt gibt es jedoch ein Viertel, in dem sie mit knapp 6% der FPÖ mit dicht auf den Fersen ist. Martin Stricker von den Salzburger Nachrichten schrieb über diese"Kommunisten Hochburg" einen satirischen Kommentar.
Ich wohne schon mein ganzes Leben in dem ominösen linken Viertel, auch bekannt unter Äußerer Stein- Neustadt. Aus diesem Grund startet am RotenStift eine neue Serie: "Mein Leben in der Kommunisten- Hochburg!"

Mein Leben in der Kommunisten Hochburg - Teil 1

Warum ist gerade in der Altstadt ein Kommunisten Viertel? So habe ich einmal angefangen nachzudenken, aus welchem Grund hier so viele Linke wohnen. Einen reißerischen Wahlkampf schloß ich als erstes aus, da ich im ganzen Viertel kein KPÖ Plakat finden konnte. Meine zweite Überlegung war, dass es sich hier möglicherweise um ein "klassisches Arbeiterviertel" handelt. Da Privatärtze und Rechtsanwälte kaum als Proletarier zählen, ist diese Erklärung unbrauchbar. Es könnten ja "linke" Treffpunkte und Szene Lokale in dieser Gegend sein. Doch "Schöner Wohnen", "Del- Italessen", "John Harris Fitness", "Hotel Stein" und "Trachten Lanz" fallen nicht wirklich darunter. Dann kann es nur mehr, an den hier wohnhaften linken Vorbildern liegen. Direkt gegenüber von mir ist die Sommer Wohnung von Multimilliardär Donald Kahn und 100 Meter weiter in der Steingasse wohnt der topverdienende Fußballer Myamoto. Also fällt das auch flach.
Diesem Wahlverhalten auf die Schliche zu kommen, ist gar nicht so einfach, wie ich dachte.....

Freitag, Jänner 30, 2009

Weniger Arbeit- Gleicher Lohn!


Karl Marx hat schon vor mehr als 150 Jahren festgestellt, dass der Kapitalismus ein Zauberkünstler sei, welcher die Wahrnehmung auf die Realität vernebelt: Wir fühlen uns frei und mündig, sind in Wahrheit jedoch in einem Zwang von Konzernen gefangen, die uns zwischen Niedriglohn und Billigprodukten, ganz nach ihren Bedürfnissen herum manövrieren. Wir arbeiten uns arm, kaputt und hängen noch immer dem Paradigma eines erstrebenswerten Arbeitsethos. Wir sind stolz in einer sozialen Marktwirtschaft zu leben, erkennen jedoch nur schwer, den, mit ein paar sozialen Zugeständnissen geschmückten, Raubtierkapitalismus. Wir haben den Satz: Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut! schon so oft gehört, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken, wer eigentlich für wenn da ist: Die Wirtschaft für die Gesellschaft. Oder?
Die Zeit der globalen Rezession bringt auch keine Erhellung. Vielmehr geht die Verblendung weiter: Rettet die Wirtschaft! Aber wer rettet die Gesellschaft? Die Antworten sind mehr arbeiten für weniger Geld, Kurzarbeit, Leiharbeit, flexible Arbeit, Auslagerung von Produktion, billige Staatskredite und niedrige Steuern.
Da haben die Apologeten des Kapitalismus nun die Schuldigen festgenagelt: Faule Arbeiter und ein aufgeblähter Staat! Die Wahrheit sieht ganz anders aus: Die ArbeiterInnen haben die letzen Jahre mehr gearbeitet, die meisten Steuern gezahlt und dafür nicht mehr verdient. Das Geld aus ihren Abgaben und ihrem Konsum kommt jetzt, in Form günstiger Staatshilfen, zurück zu ihren Ausbeutern und Krise- Verursachern. Zurück zu jenen, die ihre Gewinne in Steueroasen am Fiskus vorbeischummelten. Also: Die Gewinne wurden privatisiert, der Verlust nun sozialisiert.
Der Technologiesprung, welcher die hohen Gewinnmargen garantiert, frisst jedoch die Arbeit auf und schafft kaum neue Arbeitsplätze. Anstatt unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem neu zu überdenken und uns zu freuen, dass wir endlich nicht mehr schuften müssten, um Wohlstand zu haben, fordert die politisch- ökonomische Elite eben genau das Gegenteil! Wollen wir in 10 Jahren nicht 20% Arbeitslose haben, müssen wir uns endlich für neue Konzepte öffnen: Weniger Arbeit für mehr Geld!

Donnerstag, Jänner 15, 2009

hint - o - rama Folge 12: FPÖ Salzburg

Die FPÖ startet ihren Wahlkampf in Salzburg für die kommende Landtagswahl. Lest man sich das Wahlprogramm durch und betrachtet den Spitzenkandidaten Schnell, so müsste man eigentlich lachen. Ein Auszug der freiheitlichen Gassenhauer:


"Heimatland in Heimathand!"
"Sozial statt sozialistisch!"
"Asylbetrug heißt Heimatflug!"
"Herr im eigenen Land bleiben!"
"Heimatliebe statt Gauner und Diebe!"

Das Traurige darin ist jedoch, dass Schnell und seine blaues Team womöglich ihre erhaltenen Stimmen verdoppeln und 15% erreichen könnten. Doch die beiden Großparteien können sich nicht aus der Verantwortung ziehen. SP und VP haben es bundes- und landesweit verabsäumt, Wege zu finden, die sozialen Fragen der Zeit zu lösen. Daher ist es für die Rechten ein leichtes, das Migrationsproblem zu einem Ausländer-, statt zu einem Sozialthema zu machen: Die Forderung, in Österreich einen fünfjährigen Einwanderungsstopp zu verhängen, ist lächerlich und beschämend zugleich.

Mir ist jetzt schon übel, wenn ich an die Siegesreden von Karl Schnell im März denke.

Sonntag, Jänner 11, 2009

hint - o - rama Folge 11

Da ich gerade für zwei Wochen in Kopenhagen bin, hatte ich die Gelegenheit mit einigen Dänen über den zunehmenden Rechtsruck in ihrem Land zu reden. Bei vielen Gemeinsamkeiten und Gründen für das zunehmende rechte Wahlverhalten in Europa, gibt es doch einen Unterschied zwischen Dänemark oder anderer Staaten und Österreich: Nur bei uns wird ein brauner Nazi- Verklärer zum dritten Nationalratspräsidenten gewählt. (Der Rote Stift berichtete). Traurig daran ist vor allem das Verhalten der SPÖ, die sich wie ihr konservativer Gegenpart, auf ein ungeschriebenes Wahlrecht für die dritt stärkste Partei für diesen zentralen Posten der österreichischen Demokratie beruft: Die von Caspar Einem intitierte Studie"Braune Flecken in der SPÖ" hat anscheinend keinen nachhaltigen Umdenkprozess in der Bundespartei eingeleitet.
Einen guten Kommenatar zu diesem Wahsninn auf salzburg.com von Andreas Koller.

Donnerstag, Jänner 08, 2009

DRS Linktipp: Larry Flynt Blog

Für Larry Flynt und sein Pornoimperium Hustler ist es nur gerecht zusammen mit der Pornofirma Girls Gone Wild eine 5 Milliarden Dollar Spritze von der US Regierung zu fordern. Ihrer Meinung nach hat sich die Pornoindustrie eine staatliche Hilfe genause verdient, wie etwa die Automobilindustrie. In diesem Zusammenhang ist der Blog von Larry Flynt.com- Free Speech Actvist spannend zu lesen.

Mittwoch, Jänner 07, 2009

Galbraith und die Krise

Die aktuelle Finanzkrise bringt zwei Dinge ans Licht: Der Kapitalismus ist ein selbstzerrstörerisches und destruktives Wirtschafts- und auch Gesellschaftsmodell und aus alten Fehlern wurde nicht gelernt. Unter anderen Produktionsbedingungen, aber nach den selben, schon von Marx und Engels mehr als 150 aufgestellten Gesetzmäßigkeiten, gab es im letzen Jahrhundert eine katastrophale Finanzkrise. Vor gar nicht all zu langer Zeit platzte die Asien Blase und die New Economy Blase und nun auch noch die Hypothekenblase. Die Kritiker des Kapitalismus gelten in Zeiten des vermeintlichen Wohlstands als Außenseiter der ökonomischen Wirtschaftscommunity und als ewig gestrige Sozialnostalgiker. Einer dieser ewigen Kritiker ist der vor zwei Jahren verstorbene Ökonom Richard Galbraith. Er versuchte als überzeugter Linker stets die zerstörerischen Kräfte, einer angeblichen demokratischen Demokratie des Marktes aufzuzeigen. Gerade in seinem zuletzt erschienenen Buch - Die Ökonomie des unschuldigen Betrugs-streicht er die Verschleierungstaktiken des Kapitalismus hervor. So gilt zum Beispiel Arbeit als ein erstrebenswerter Begriff. Ausgeblendet wird herbei jedoch, dass der Großteil der Menschen in monotonen und ermüdenden Jobs arbeitet, die im Vergleich zu den bereichernden Berufen am schlechtesten bezahlt sind. Neben vielen anderen spannenden Verrenkungen kapitalistischer Agitation und Legitimierung, kritisiert der gebürtige Kanadier auch stark den Begriff der Marktwirtschaft. Hier wird einfach der zu „heiße“ Begriff Kapitalismus, vorsätzlich mit dem neutral klingenden Begriff ersetzt.
Galbraith zeigt in seinem kurzen und frischen Essay, das sich für einen starken Staat einsetzt, dass Kritik am herrschenden kapitalistischen System essentiell ist. Mag es auf den ersten Blick auch noch schlüssig klingen.
Dieses Buch empfehle ich allen, die manchmal das Gefühl haben, mit ihrer Kritik an der scheinbaren und überall propagierten Alternativlosigkeit des Kapitalismus, ganz alleine dazu stehen.

Sonntag, Dezember 21, 2008

Spenden für Kinder

UNICEF, Caritas und auch die große britische OXFAM bieten heuer eine ganz neue Art der Spendenmöglichkeit für Kinder an: Ab sofort können über die jeweiligen Internetportale Sachspende, speziell für Notleidende beziehungsweise sozial stark benachteiligte Kinder, verschenkt werden. Die Güter reichen von Yak-Anteilen über Ziegen, bis zu Fahrrädern und Brunnenprojekte für ganze Familien. Einerseits soll das Spenden transparenter und zielsicherer gemacht werden. Auf der anderen Seite suchen die Nichtregierungsorganisationen verzweifet nach einem Ausweg, der zunehemend schwachen Spendenfreude entgegen zu wirken.

Also: Auf zum Spenden!

Hier geht´s zu den Links der NGO´s:

OXFAM: Aktion "Unverpackt"

Caritas: Aktion "Schenken mit Sinn"

UNICEF: Auch hier gibt es nachhaltiges Spenden


Montag, Dezember 01, 2008

Vertrauen


„Die Anleger haben das Vertauen in die Banken verloren.“
„Wir müssen das Vertauen der Anleger zurückgewinnen.“
„Das Vertauen in die Banken kehrt zurück.“

Die Zitate aus der österreichischen Presse sind eine kurze Chronologie der Finanzkrise. Die Message: Es liegt also nur am Vertauen. Haben wir das wieder einmal bekommen: Dann können wir weitermachen wie bisher!
Die konservativen Diskutanten in den Talkshows und liberalen Leitartikler vermitteln den Eindruck als sei die Krise ein Schicksalsschlag der Natur wie ein Hochwasser. Man könnte fast glauben, die Investoren und Spekulanten seien die Geschädigten einer unvorhersehbaren Katastrophe. Der Opferschutz und Schadenersatz ihres Missgeschicks übernimmt nun die öffentliche Hand.
Dabei ist das doch ganz anders gelaufen: Der globale Finanzmarkt und seine Entwickler und Förderer haben vom Profit getrieben, mit viel zu viel Geld Poker gespielt. Dabei haben sie so getan, als sei das ja ohnehin nur virtuelles Geld. Wobei man nun wirklich nicht Wirtschaft studieren muss um zu wissen das auch die fiktiven Geldbeträge irgendwann und irgendwo gedeckt sein müssen. Profit im Sinne des globalen Kapitalismus ist nur durch einen ungebremsten Wachstumsglauben verwirklichbar. Man muss kein Linker sein, um wütend zu werden, wenn in Westafrika das subventionierte Überschussgemüse aus der EU ein Drittel billiger ist, wie das der lokalen Bauern. Die Folgen und Kosten einer solchen Entwicklung eines angeblich „freien Marktes“ sind Hunger, Elend, Naturzerstörungen und -katastrophen, Kriege, Flüchtlinge, unfaire Rohstoffpreise etc.
Diese Liste der weltumspannenden Schweinereien im Namen einer „prosperierenden Weltwirtschaft“ ließe sich beinahe unendlich fortsetzen.
Was aber wirklich nachdenklich macht ist, dass die Lösung aller globalen Ungerechtigkeiten, die ohne Zweifel in Verbindung mit der wirtschaftspolitischen Selbstzerstörung stehen, anscheinend so simpel ist: Einfach das Vertrauen in die Banken wiedergewinnen.

Freitag, November 28, 2008

DRS- Filmtipp: Let´s make money


Der österreichische Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer hat nach seinem letzen kapitalismuskritischen Film "We feed the world" nun mit "Let´s make money" einen neuen Streifen in die Kinos gebracht. Hier zeigt der Regisseur mit harten und teilweise bedrückenden Bildern die negativen Auswirkungen der globalen Profitgier. Dabei gibt es keinen Sprecher im Film, sondern nur Interviews mit verschiedensten Protagonisten der Globalisierung. Vom erfolgreichsten Hedge Fonds Manager der Welt, über Mirko Kovacs zum Wirtschaftschef der NZZ, von Interviews mit einem Economic Hitman bis zu einem Gespräch mit einem Vetreter der Steueroase Jersey. Die Aussagen der Kapitalisten und ihre Sicht der Dinge auf der Welt gepaart mit den scharfen Bildern Wagenhofers, bringen die Paradoxien und Ungerechtigkeiten des globalen Kapitalismus mit aller Härte ins Kino.




7 von 10 Roten Stiften

Dienstag, November 18, 2008

Link- Tipp: Marx im Ersten

Am 11. November stand in der Talkshow "Menschen bei Maischberger" das Thema Karl Marx am Programm. Die einstündige Sendung stand unter dem Titel: "Marx hatte Recht! Gebt uns den Sozialismus zurück!". Hier gehts zum Video

Dienstag, November 04, 2008

Krise und Kritik

Wenn wir nach der Finanzkrise nicht die selben Fehler wieder machen wollen, brauchen wir einen kritischen Blick auf die gesellschaftlichen Entwicklungen und ihre Ursprünge. Die Frankfurter Schule zeigte nach dem 2. Weltkrieg wie emanzipatorische Gesellschaftskritik aussehen könnte...

Dienstag, Oktober 28, 2008

hint - o - rama Folge 10

Der Rechtsruck nach den letzten Nationalratswahlen spiegelt sich seit heute auch im Nationalrat wieder: Martin Graf wurde zum dritten Nationalratspräsident gewählt. Formal sind die drei Präsidenten die wichtigsten Protagonisten im österreichischen Verfassungsstaat. Da schmerzt es doppelt, wenn ein Mitglied der rechtsextremen Burschenschaft Olympia nun die Geschäfte im Nationalrat führt. Regelmäßig lädt diese Vereinigung von ewig Gestrigen und strammen Burschen rechtsextreme Redner und Vortragende ein. Die Wahl ist geheim und darum wurde nach der Stimmenabgabe heute lange über die rechtmäßige Abstimmung diskutiert. Genau 34 Stimmzettel, die Zahl entspricht der Anzahl der FPÖ Mandatare, waren identisch, ganz unten links mit dem namen Graf beschrieben . Somit sollte der Einigkeit der Partei Rechnung getragen werden.
Ich finde es empörend und gleichzeitig erschaudernd, dass wir die nächsten fünf Jahre ein Legislative haben, in der 109 von 183 Mandataren eine alten Braunen zu ihrem Geschäftsführer gewählt haben.

Montag, Oktober 27, 2008

hint - o - rama Folge 9

Nach der Persiflage auf Haiders Tod am In Willkommen Österreich am letzten Donnerstag, habe ich am Wochenende einige Diskussionen darüber geführt. Genauso wie die Figur Jörg Haider polarisierte, so war auch die Meinung über den zynischen Rückblick auf den Tod des Kärntner Landeshauptmanns geteilt. Die einen freuten sich über den satirischen post hum Kick, während die andere Seite von der Pietät- und Geschmackslosigkeit von Stermann und Grissemann angewidert waren. Für mich war der Auftritt der beiden am Donnerstag mehr als gelungen. Bei einer öffentlichen Persönlichkeit wie Jörg Haider, der seine gesamte politische Laufbahn unter der Gürtellinie austeilte, sich mit rechtsextremen Gruppen in ganz Europa verbandelte und ständig die Grundfeste der österreichischen Demokratie in Frage stellte, sehe ich keinen Grund einer gesamtösterreichischen Heiligsprechung. Stermann und Grissemann verfolgen meiner Ansicht auch nicht das Ziel eines reinen Sich-Lustigmachen über Haider, sondern rufen nach einem kollektiven Vergessens eines in Erinnerung: Dass man als Politiker in diesem Land ein drei stündiges, im ORF live übertragenes Staatsbegräbnis bekommt, wenn man Österreich als "ideologische Missgeburt" beschreibt. Danke dafür! Zum Video

Mittwoch, Oktober 08, 2008

hint - o - rama Folge 8: Gemüserap

Da der deutsche "Gangster Rapper" Bushido von einem Verkaufsrekord zu nächsten produziert und mit einer Autobiografie auch die deutschen Bestsellerlisten stürmt, könnte man glauben Bushido = Hip Hop.
Zum Glück gibt es noch Leute wie MC K.Rotte, der mit einem Spitzen- Video auf youtube.com zeigt, was Hip Hop Kultur meint.
Er macht sich mit super Reimen über alle Möchtegern Ghetto Kinder und Poser lustig.
Dieser Videobeitrag ist ein Muss für alle, die Hip Hop und Rap lieben und nicht nur Texte über Bitches und Dollars hören wollen.

Watch it: Gemüserap

Montag, Oktober 06, 2008

hint - o - rama Folge 7: Janko und die Zeitung

Am Wochenende präsentierten die Salzburger Nachrichten in der Altstadt ihre "neue" Zeitung. Zu Ehren der neuen Aufmachung kamen einige Prominente aus der Salzburger Society. Heute lachten einige der Gratulanten mit Zitaten aus dem Lokalteil. Darunter auch der Kicker Liebling Marc Janko. Sein Kommentar zum neuen Design und Inhalt war interessant:
"Als Sportler komme ich leider nicht so oft zum Lesen einer Zeitung"
Vielleicht gibt es nach diesem Bekenntnis ein Umdenken in der Red Bull Führung und neben den täglich frisch gewaschenen Trainingskleidern liegt ab sofort auch eine Salzburger Nachrichten.
Zu wünschen wäre es.
hint

Donnerstag, Oktober 02, 2008

hint - o - rama Folge 6

Die Wahl am vergangenen Sonntag hat mir wieder einmal schmerzlich vor Augen geführt, dass es in Österreich ein rechtes Wählerpotential von rund 30% gibt. Wenn ich dann noch an die an die AusländerInnen gerichteten "Keine Rechte ohne Pflichten" Wahlkampfplakate der ÖVP denke, wird mir schon ganz schwindelig.
Strache und Co haben also die Wahl mit einer Verknüpfung aus sozialen Themen mit einer rigiden Anti- Ausländerpolitk verbunden. Die Forderung nach einem getrennten Sozialsystem für In- und Ausländer ist schon Hammer. er sich frägt, wie sich die FPÖ die Integration von MigrantInnen in Österreich vorstellt, dem ist mit folgendem Video geholfen.

Mittwoch, Oktober 01, 2008

Uni Start

Nächste Woche beginnt ein neues Studiensemester in Österreich. Die öffentliche Stimmung und die mediale Berichterstattung über den Studienstandort Österreich ist größtenteils negativ: Zu wenig Geld, veraltete Infrastruktur, zu wenig Lehrpersonal, zu geringe Einstiegsgehälter, zu wenig Perspektiven für junge Forscher. Diese Missstände werden nun herangezogen, um gegen die endlich vollzogene Abschaffung der Studiengebühren ins Feld zu ziehen: Ihre Einführung sei nun Schuld daran, dass das Studieren noch mehr zur Katastrophe werde und wieder einmal wird vor unseren, ach so schrecklichen deutschen Nachbarn gewarnt. In Wahrheit hat die österreichische Uni- Misere nichts mit den Studiengebühren zu tun. Diese haben nur dazu beigetragen, dass Österreich auch seinen europäischen Spitzenplatz in Sachen soziale Bildungsselektion halten konnte. Es fehlt einfach der politische Wille, endlich in das Bildungsystem längerfristig zu investieren. Das betrifft die Unis, sowie auch alle anderen Bildungseinrichtungen. Gerade im Schulbereich sind große Reformen notwendig, um auf die gesellschaftlichen Probleme zu reagieren: Ganztagsschulen, Gesamtschulen, und soziales Lernen.
Investitionen in den Bildungsberich sind, so abgedroschen das auch klingen mag, eine Investition in die Zukunft. Dies bedeutet, dass man sich die Ausgaben nicht innerhalb einer Legislaturperiode rechnen. Um hier was zu ändern, braucht es auch ein Umdenken der politischen Eliten und ihres kurzfristigen Blicks. Aber es braucht auch das Verständnis der Beölkerung, dass Geld ausgeben nicht prinzipiell eine schlechte Eigenschaft eines reichen Staates ist.